Raue Rampen

Fotomontage einer V-Rampe in der Iller bei Fl.km 13+800

Die bisher an der Iller errichteten Rauen Rampen haben sich auch bei extremen Hochwassern bewährt. Ein Nachteil dieser Rauen Rampen besteht aber darin, dass sie das Niedrigwasser ähnlich hoch aufstauen wie das Mittelwasser, so dass insbesondere das Niedrigwasser nur träge fließt. Der Charakter eines Fließgewässers geht so weitgehend verloren. Ein weiterer Nachteil der Rauen Rampen besteht darin, dass sie unter den örtlichen Randbedingungen den Wasserspiegel nur begrenzt aufstauen können und sich so bei Hochwasser die Flusssohle weiterhin eintieft.

Als Alternative zu diesen herkömmlichen Rauen Rampen hat die TU München die sog. V-Rampe entwickelt. Diese besteht gewissermaßen aus zwei gegenüberliegenden Buhnen, welche in der Flussmitte eine Durchflussöffnung belassen, wo das Wasser auf 15 - 30 m Breite abfließt. Das Niedrig- und Mittelwasser wird auf diese Weise nur geringfügig aufgestaut, wodurch der Fließgewässercharakter erhalten bleibt. Bei Hochwasser bewirkt der verengte Abflussquerschnitt einen zusätzlichen Aufstau (verglichen mit herkömmlichen Rauen Rampen), welcher im Oberwasser die Fließgeschwindigkeit und damit die Schleppspannung auf die Sohle vermindert. In Abhängigkeit der Dimensionierung der V-Rampe wird so über einen definierten Streckenabschnitt die Sohlerosion verhindert.

Modellversuche der TU München

Modellversuch zur Eigenentwicklung zwischen V-Rampen

Modellversuch mit schief gestellter Buhne mit Blick in Fließrichtung.

Mit den Modellversuchen sollte geklärt werden, wie weit sich das Flussbett in Eigenentwicklungsbereichen (Fl.km 17+000 bis 15+675 u. Fl.km 15+675 bis 13+800) zwischen V-Rampen aufweitet. Bei diesen Versuchen wurde der Illerabschnitt von Fl.km 15+800 bis 14+500 mit zwei V-Rampen modelliert. Der Kies der Iller wurde durch Sand geeigneter Körnung nachgebildet.

Besonders anschaulich demonstriert das nachstehende Video der TU München die Modellanordnung (Quelle: Versuchsanstalt Obernach der TU München).

Modellversuch - V-Rampe bei Fl.km 13+800

Modellversuch für die geplante V-Rampe bei Fl.km 13+800 bei schwerem Hochwasser.

Bei Hochwasser tritt ein "Strahl" durch die V-förmige Öffnung. In den Jahren 2004/2005 hat die TU München in Modellversuchen Sohlstrukturen unterhalb der V-Rampe entwickelt, die zu einer raschen „Auffächerung“ dieses Strahls führen, damit die Sohle im Unterwasser nicht vermehrt erodiert wird (Quelle: Versuchsanstalt Obernach der TU München).

Vorplanung der V-Rampe bei Fl.km 13+800

Technischer Lageplan einer V-Rampe bei Fl.km 13+800

In dieser Vorplanung wurde die Konstruktion dieses Pilotbauprojektes auf der Grundlage der Belastungswerte aus den Modellversuchen erarbeitet und verschiedene Bauweisen untersucht. Im Ergebnis ist die halbseitige Bauweise, wie sie auch bisher bei den Rauen Rampen in der Iller eingesetzt wurde, am günstigsten. Die Schätzung der Herstellkosten der V-Rampe beläuft sich aufgrund der notwendigen massiven Konstruktion (Stahlspundwände bis in den Flinz, Flussbausteine der schweren Klassen) auf rd. 4,2 Mio. €, brutto.