Fl.km 15+675 - 13+800

Die Sanierungsmaßnahmen im Illerabschnitt Fl.km 15+675 bis 13+800 wurden zwischen Februar 2007 und Juli 2008 gebaut. Die Maßnahmen umfassen:

Lageplan der Maßnahmen

Technische Aufweitung und Offenes Deckwerk

Zwischen Fl.km 15+675 und 14+600 wurde das Flussbett beidseits aufgeweitet, so dass die Flusssohle um bis zu 20 m verbreitert wurde. Mit dem abgetragenen Material wurde die Flusssohle auf das Niveau des Jahres 2000 angehoben (weitergehende Sohl- und somit Wasserspiegelanhebungen führen zu unzulässigen Grundwasseranhebungen in Bebauungsbereichen). Die Böschungen wurden flacher als bislang angelegt. Die Uferwege wurden vor der Aufweitung zurückverlegt.

Blick von der Vöhringer Brücke vor (linke Abb.) und nach den Baumaßnahmen (rechte Abb.).

Die angehobene Flusssohle wurde strukturiert hergestellt, eine Niedrigwasserrinne gewährleistet die biologische Durchgängigkeit des Gewässers auch bei sehr geringen Abflüssen. Das darauf aufgebrachte Offene Deckwerk schützt die Flusssohle vor erneuter Erosion. Die Funktionsweise und Konstruktion ist in Punkt "Offenes Deckwerk" näher erläutert.

Aus der technischen Aufweitung gewonnener, überschüssiger Kies wurde in Form von Kiesinseln auf das Offene Deckwerk aufgebracht. Die neuen Böschungen und die Flusssohle wurden vielfältig gestaltet und durch Elemente wie Raubäume und Wurzelstöcke ökologisch aufgewertet.

Skizze der umgestalteten Iller im Querschnitt

Raubaum (linke Abb.) und strukturierte Böschungen am Westufer (rechte Abb.)

Eigenentwicklungsbereiche

Wie bereits weiter stromauf (Fl.km 17+000 - 15+675) wurde der Iller auf einer Strecke von ca. 0,8 km (Fl.km 14+600 – 13+800) zumeist beidseits die Möglichkeit zur Eigenentwicklung gegeben. Dazu wurden die Uferwege um rd. 30 m in den Auwald zurückverlegt, die Ufersicherung (Granitsteine, Betonsteine) entfernt und der Bewuchs gerodet. Die Flächen wurden der freien Sukzession überlassen, eine botanische Begleituntersuchung dokumentiert den Verlauf der Sukzession.

Ausbau Böschungssicherung (linke Abb.) und westseitige Ufererosion (rechte Abb.)

Auebach und Ausleitung A4

Ein wichtiges Ziel der Illersanierung ist die Vernetzung der Iller mit ihrer Aue. Dazu wurde ein Auebach zwischen der Vöhringer Brücke und der „Wochenau“ (stromab Fl.km 14) hergestellt, indem vorhandene Rinnen miteinander verbunden wurden. Zusätzlich wurde eine Ausleitung (A4) in die Rinnen im Auwald hergestellt, welche nur bei Hochwasser anspringt.

Auebach (linke Abb.) und temporäre Ausleitung A4 am Westufer (rechte Abb.)

Der ca. 3,4 km lange Auebach wird mit Wasser gespeist, das aus dem Oberwasser der Rauen Rampe bei Fl.km 15+800 über eine rd. 0,5 km lange Rohrleitung zugeleitet wird. Die Wassermenge im Auebach variiert mit dem Illerabfluss. Der Auebach speist wichtige Kleingewässer wie z.B. den Entenweiher und mündet bei Fl.km 12+200 wieder in die Iller.

Die Ausleitung A4 bei Fl.km 13+900 bringt bei Hochwasser zusätzliches Wasser in den Auwald. Dazu wird Wasser über ein Rohr im Uferweg und eine neue Rinne zu einer vorhanden Auwaldrinne geleitet.