Fl.km 17+000 - 15+675: Realisierte Maßnahmen

Die Sanierungsmaßnahmen im Illerabschnitt Fl.km 17+000 bis 15+675 wurden zwischen 2004 und 2006 umgesetzt. Die Maßnahmen umfassen:

Fl.km 17+000 bis 15+675 - Sanierungsmaßnahmen

Raue Rampen

Die Raue Rampe bei Fl.km 16+400 wurde im Mai 2005, die Raue Rampe bei Fl.km 15+800 im August 2006 fertig gestellt. Es handelt sich um Blocksteinrampen mit einer Kronenbreite von 70 m und einer Bauwerkslänge von ca. 100 m. Der Unterschied zwischen dem Wasserstand im Ober- und Unterwasser der Rampe bei Fl.km 16+400 beträgt bei Mittelwasser ca. 1,1 m, an der Rampe Fl.km 15+800 sind es ca. 1,5 m.

Um die Breitenentwicklung unterstrom verstärkt anzuregen, wurde die Rampe bei Fl.km 16+400 um 5° aus der Achse nach Westen verschwenkt ausgeführt.

Raue Rampe Fl.km 16+400

Verlegung des Wangener Baches

Der Wangener Bach wurde in seinem Verlauf durch eine vorhandene Auwaldrinne und den Russenweiher bis ins Unterwasser der Rampe Fl.km 15+800 (neue Mündung in die Iller) verlegt. Hierdurch wird der Russenweiher mit Wasser versorgt. Die letzten 130 m des Wangener Bachs vor seiner ehemaligen Mündung in die Iller bei Fl.km 16+200, die nicht mehr durchflossen werden, wurden zurückgebaut und ein Amphibienbiotop angelegt.

Eigenentwicklungsbereiche

Abschnittsweise wurde die Uferbefestigung entfernt und damit dem Fluss die Möglichkeit gegeben, die "weichen Ufer" anzugreifen und sich so zu verbreitern (sog. Eigenentwicklung). Dadurch bilden sich natürliche Ufer aus. Der am Ufer erodierte Kies wird in das Flussbett transportiert. Hiervon wird eine Sohlaufhöhung erwartet.

Im Abschnitt zwischen Fl.km 17+000 und Fl.km 15+675 wurden drei Eigenentwicklungsbereiche angelegt. Hierzu wurden die Wege vom Ufer zurückverlegt und die Böschungssicherung entnommen. Die entsprechenden Granit- und Betonsteine wurden, soweit geeignet, innerhalb der laufenden Baumaßnahme verwendet.

Zwischen Fl.km 16+800 und 16+400 war das ostseitige Ufer bereits im Frühjahr 2005 „weich“ gestaltet worden, indem die Böschungssicherung ausgebaut und der Bewuchs gerodet worden war. Das schwere Hochwasser im August 2005 erodierte das Ufer über den gesamten gerodeten Bereich. Die Iller hat sich hier um rd. 10 m verbreitert, die neue Uferlinie ist wesentlich vielfältiger strukturiert als vorher (siehe nachstehende Fotos).

Eigenentwicklungsbereich vor, während und nach dem Hochwasserereignis August 2005

Dichtwände

Die Anhebung des Illerwasserspiegels durch die Raue Rampe 16+400 und die Verbreiterung der Iller infolge der Eigenentwicklung könnten bei Hochwasser zu einem erhöhten Zustrom von Illerwasser zu den Brunnen der Stadt Vöhringen führen.

Um dies auszuschließen, wurde im verlegten Uferweg am östlichen Ufer, oberstrom der Rauen Rampe 16+400, auf rd. 0,2 km Länge eine 10 m tiefe Spundwand in den Grundwasserleiter eingebracht, die in den Flinz (Grundwasserstauer) einbindet. Diese Dichtwand ist eine wasserwirtschaftliche Anpassungsmaßnahme zur Vermeidung negativer Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung.

Die Rauen Rampen 16+400 und 15+800 führen bei extremen Hochwasserereignissen zu einem zusätzlichen Grundwasseranstieg im Bereich der Bebauung Illerrieden, der zu weiteren Kellervernässungen führen könnte. Eine ca. 1 km lange und 10 - 13 m tiefe Dichtwand im bestehenden Hochwasserschutzdeich Illerrieden, die in den Flinz einbindet, verhindert dies. Die Dichtwand ist eine wasserwirtschaftliche Anpassungsmaßnahme zur Vermeidung negativer Auswirkungen auf die Bebauung.

 

Einbringen der Spundwand in den Uferweg.

Einbringen der Spundwand in den Hochwasserschutzdeich Illerrieden.